27.12.2018
Sitze gerade in 'nem Shinkansen auf dem Weg nach Nagoya, wie geil ist das denn?! Erst mal ein Bierchen. Weiß aber ehrlich gesagt nicht, ob das in japanischen Zügen o.k. ist. Jetzt erst einmal die Fahrt genießen.
Wurde gerade von meinem Sitz vertrieben. Bin im „zu reservieren“ Abteil. Ich brauche keinen Platz an der Sonne, nur am Fenster! Habe die hübsche Schaffnerin wegen meines Bieres gefragt. Bier ist cool, yay!
Bis Nina ihren Brief und mein Herz bekommt, muss noch ein Tag vergehen. Um der unerträglichen Wartezeit zu entgehen, bin ich recht spontan nach Nagoya gereist. Doch ich muss feststellen, es gibt kein Entkommen. Die erste Person, die ich hier kennengelernt habe, war eine Koreanerin. Nicht nur ihre Nationalität erinnerte mich an Nina. Ihr unbekümmertes Gemüt machte es mir unmöglich, nicht an meine geliebte Nina zu denken. Nur mit der Schönheit Ninas kann sie nicht mithalten, selbst wenn sie wieder 20 wäre.
Irgendwie ist es lustig, mit welch einer Selbstverständlichkeit sie mit mir Koreanisch spricht, obwohl sie weiß, dass ich kein Wort verstehe. Englisch versteht sie nicht gut und spricht es noch weniger. Trotzdem sind wir gut miteinander zurechtgekommen, als wir uns in unserem Gemeinschaftszimmer kennenlernten. Zusammen sind wir dann zur Nagoya-Burg gelaufen. Die ganze Zeit hat sie auf Koreanisch mit mir geredet. Manchmal hat mir der Kontext etwas mit der Übersetzung helfen können. Wir kommunizierten mit Händen und Füßen. Einzelne Wörter auf Englisch und Japanisch haben dann ausgereicht, um zu verstehen. Sie ist bald 30 und arbeitet beim koreanischen Fernsehen als second-producer. Später waren wir zusammen Ramen essen. Ein Schelm, wer bei unserem ganzen Tun Böses denkt! Nicht nur hat sie einen Freund (Kameramann beim koreanischen Fernsehen), auch bin ich weder so richtig in Stimmung noch interessiert. Gerade weil sie mich ein wenig an Nina erinnert hat, wird mir nur schwer ums Herz.
Heute Nacht habe ich im Aufenthaltsraum Mark kennengelernt. Ein deutscher IT-Mensch, der nach seinem Master beschlossen hat, ein Jahr in Japan „work and travel“ zu machen. Gerade arbeitet er hier im Hostel. Ein lieber Kerl, zu dem ich gleich eine gewisse Vertrautheit aufgebaut habe. Er ist schon sieben Monate in Japan und spricht so gut Japanisch, wie ich akzeptieren kann, dass Nina einen Neuen hat. Doch ich bewundere ihn dafür, dass er es trotz der Sprachbarriere schon so lange in Japan ausgehalten hat. Es war interessant für mich festzustellen, dass unsere Kritik an den Japanern teilweise deckungsgleich war.
Shinkansen - Ramen mit Zimmernachbarin - Mega coole Arcadehalle neben Unterkunft