07.11.2018
Es sind nun einige Wochen vergangen, seitdem ich das letzte Mal hier reingeschrieben habe. Um alles niederzuschreiben was passiert ist, müsste ich wohl einen ganzen Tag lang am PC sitzenbleiben. Das erlaubt mir mein Gemüt aber nicht.
Mit meiner Laune ist es mal schlechter, mal besser geworden. Gestern habe ich mir nichts mehr gewünscht als in die Vergangenheit reisen zu können, um mich davon abzuhalten mich als Japanologe fürs Doppelstudium einzuschreiben. Heute sieht die Welt schon wieder etwas anders aus. Immer noch dunkel, aber anders, besser. Dieses Jahr ist einfach verrückt, aber kein gutes „Verrückt“.
Vor wenigen Tagen hat mich meine Mutter darüber informiert, dass eine Freundin der Familie, Mariella, ziemlich bösen Krebs hat. Wenn Mariella bis Weihnachten noch lebt, will meine liebe Frau Mama mit deren ganzen Familie zusammen Weihnachten feiern, sagte sie mir. Das ungerechte Schicksal der lieben Mariella, die es nie leicht hatte, hilft mir natürlich nicht gerade, bei dem Versuch, eine Motivation für das ganze Japan-Ding zu finden.
Wie egoistisch von mir. In meinen Gedanken möchte ich nur mit meinem Auto durch Deutschland fahren und viele kleine alte Städte besuchen, Freunde treffen und die Vorzüge des Single-Lebens genießen. Bis jetzt ist es mir nämlich eine reine Qual, Single zu sein. So ist es, so soll es sein. Nina, das Mädchen meiner ungeträumten Träume, die Sonne, die ich suchte und die mich blendete, es ist vorbei. Obwohl es in Übereinstimmung geschah, fühlt es sich so an, als ob ich Schluss gemacht hätte. Ohne Zweifel war es meine Schuld, ich hätte es verhindern können. Habe letztens erst, in unserer gemeinsamen Whatsapp-Freundesgruppe ein Foto von ihr auf unserer alljährlichen Halloweenparty gesehen. Diesmal bin ich nicht dabei, nicht mehr bei ihr. Noch nie habe ich so ein schönes Mädchen so unheimlich traurig gesehen. Ich bin ein echtes Stück Scheiße. Es schmilzt mir das Herz, oder das, was davon noch übrig ist.