* NOCH IN BEARBEITUNG: Update wöchentlich :)*
Mein Japan-Tagebuch

Kurzgeschichten & mehr

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Japan-Tagebuch 31.12.2018

Der letzte Tag des neuen Jahres. Gestern bin ich schwach geworden und habe Nina geschrieben. Ich berichtete ihr von meiner dreitägigen Reise nach Nagoya, davon, wie ich versucht habe, auf andere Gedanken zu kommen, dass ich dabei ausgerechnet eine Koreanerin getroffen und ein koreanisches Buch von ihr geschenkt bekommen habe. Aus irgendeinem Grund schickte ich Fotos mit, auch eines von dem Buch. Hätte ich lassen sollen. Nina hat´s gelesen, aber nicht geantwortet. Jetzt habe ich also schon den „Ignorieren-Status“ bei ihr erreicht. Das Wichtigste an diesem Punkt ist, den Kontakt erst einmal sein zu lassen. Wenn sie mir nicht von selbst schreibt, ist eh alles verloren. Sie zu drängen, macht keinen Sinn. Schade, ich hatte mir so einen netten Neujahrsgruß ausgedacht. Ich muss warten, still sitzen und mich in Geduld üben bis sie sich am Siebten hoffentlich meldet...


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Japan-Tagebuch 19.12.2018

Gerade aufgewacht. Habe heute von Micha geträumt. In meinem Traum hat er in einem Softair-Laden gearbeitet, in dem ich als Kind gern gesehener Gast war. Micha war jung und kräftig, ein richtig hübscher Kerl, und gut gelaunt. Ich konnte nicht wirklich glauben, dass er noch lebt, also habe ich ihm einen freundschaftlichen Klaps auf den Rücken gegeben, um durch die Berührung festzustellen...


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Japan-Tagebuch 03.01.2019

Schon der dritte Tag des neuen Jahres vorbei. Herrlich! Gestern war ein weiterer, recht passabler Tag. Die Sonne schien so schön, dass ich quasi gar nicht anders konnte, als rauszugehen und mir meine Dosis Vitamin D abzuholen. Diesmal lief ich aber nicht ganz planlos drauflos, weil ich um Acht bei ‘nem Kumpel ‘nen Film schauen wollte. Ich habe mir auf Google Maps einen Schrein herausgesucht, mir den Weg per Kopf-Navi zeigen lassen und gemerkt. Tatsächlich habe ich den Schrein dann auch gefunden. Abseits der Hauptstraßen ging eine etwas verwahrloste Straße den Berg hinauf in einen Wald hinein. Nach einem kurzen Spaziergang führte eine Steintreppe mit vielen Stufen den Berg hinauf. Am Ende war eine Lichtung, in dessen Mitte sich der Schrein gen Himmel reckte.


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Japan-Tagebuch 05.01.2019

Es ist seltsam, wie es sich mit den Gedanken verhält. In den letzten Tagen dachte ich wirklich, ich komme langsam über Nani hinweg. Es hat mich sogar ein wenig der Gedanke aufgemuntert, neue Mädchen kennenzulernen, wie das Igel-Mädchen (heißt übrigens Sayaka) oder das Tempel-Mädchen. Doch seit ein paar Tagen drehen sich meine Gedanken wieder so selbstverständlich um Nani, wie die Erde um die Sonne. Diese Gedanken sind jedoch etwas nüchterner geworden...


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Japan-Tagebuch 06.01.2019

War beim Zahnarzt, alles cool. Wohl doch kein vergessener Weisheitszahn und auch kein Loch. Es ist nur so, dass mein Backenzahn mit seinen Wurzeln etwas in meine Nasennebenhöhle vorgestoßen ist, wenn ich alles recht verstanden habe. Der ohnehin geringe Schmerz ist in den letzten Tagen schwächer geworden. Wird schon alles werden.


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Japan-Tagebuch 07.01.2019

Das verdammte Paket für Nani steckt seit dem vierten am Frankfurter Flughafen fest. Hoffe, die schicken es nicht zurück. Heute ist mir ein Gedanke in den Sinn gekommen, der mir sehr geholfen hat. Wenn irgendwann der Augenblick kommt und Nani mir noch immer nicht verzeihen kann, habe ich sie nicht verdient. Genauso wenig hat sie dann auch mich verdient, denn ich bin schon ‘n super Kerl! Das unangenehme Gefühl, welches ich bekomme, wenn ich mich selbst lobe, gibt mir recht. Natürlich bin ich fehlerhaft, wie jedes von Prometheus geschaffenes Kind. Es sind gerade diese Fehler, die den Weg zur Besserung in sich tragen. Der Weg ist das Ziel. Ich weiß, hat jeder schon tausendmal gehört...


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Japan-Tagebuch 07.01.2019

Im Grunde fristet jeder der Austauschstudenten hier ein trauriges Dasein. In den letzten drei Monaten haben sich so einige Pärchen gefunden. Doch es ist klar, dass nur die wenigsten auch nach ihrer Zeit hier ihre Beziehung fortführen werden. Was mich angeht, so weiß ich gar nicht, ob ich mich hier überhaupt verlieben möchte. Selbst wenn mein Herz wieder ganz wäre, das Ende meiner Zeit in Japan ist absehbar. Da fällt mir ein, das gleiche könnte man auch aufs Leben an sich übertragen. Doch bleiben wir im Rahmen dieses Jahres. Ich für meinen Teil kann es mir einfach nur schwerlich vorstellen, ein zweites Mal ein Mädchen am Flughafen zurückzulassen...


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Japan-Tagebuch 11.01.2019

Ein sehr trauriges Datum. Nach erneuten Albträumen war es wieder einmal ein beschissener Start in den Tag. Heute Morgen im Unterricht habe ich keinen klaren Gedanken zusammenbekommen. Ich musste immerzu an sie denken. Als ich es nicht länger ertragen konnte, bin ich einfach aufgestanden und habe den Klassenraum verlassen. Ich bin schnurstracks in mein Zimmer gegangen, habe mich ins W-LAN eingeloggt und WhatsApp entsperrt. Natürlich hatte Nina nichts geschrieben, doch das hat mich weder überrascht noch interessiert. Ich habe Nina geschrieben, dass wir telefonieren müssen und dass ich sie anrufen werde, wenn es bei ihr 12 Uhr ist...


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Japan-Tagebuch 29.12.2018

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Japan-Tagebuch 12.01.2019

Knappe neun Stunden später schrieb Nina: „Verbindung ist schlecht“. Meine letzte Nachricht: „Schon ok, ich habe dir nichts mehr zu sagen. Außer auf Wiedersehen, pass auf dich auf.“ Zwei Jahre Beziehung, Liebe und Zuneigung, die in diese letzten Sätze münden. Dem Schmerz zum Trotz, ich muss sagen, es war es wert. Nina hat mich zu einem reicheren Menschen gemacht. Ich hoffe, ich konnte ihr auch etwas mit auf ihren Weg geben, auch wenn meine letzte Leistung wieder einmal sehr dürftig war. Als wir noch zusammen waren, hat sie mir gesagt, dass ich der erste Freund sei, der ihr geholfen habe, über ihre erste große Liebe hinweg zu kommen. Ihr Ex-Freund ist damals nach Amerika gegangen. Nach einem halben Jahr Fernbeziehung war es dann vorbei...